Freilichtmuseum Kommern

Viele Angebote des THW richten sich vor allem an die älteren unter unseren Junghelfern. Im Gegensatz dazu war das diesjährige Herbstprojekt der THW Landesjugend NRW an die bis 13-jährigen gerichtet. Die erste Woche der Herbstferien verbrachten 13 Kinder der THW Jugenden Brühl und Hückeswagen mit ihren Betreuern im Freilichtmuseum Kommern. Im Museumsdorf dürfen normaler Weise nur Schulklassen wohnen. Die Schüler begleiten dann jeden Tag Landwirte, Hauswirtschafterinnen und Handwerker, die ihnen zeigen, wie es früher im Westerwald, der Eifel, Niederrhein und dem Bergischen Land zuging. Ausnahmsweise durfte auch unsere THW Gruppe dort eine Woche einen Blick in die Vergangenheit werfen. Allerdings waren viele der Schausteller und Pädagogen während der Ferienzeit nicht vor Ort. Stattdessen war das Programm mit insgesamt acht verschiedenen Projekten gefüllt.

 

Schon früh am Montagmorgen brachen die beiden Gruppen in Richtung Eifel auf, um nach der Ankunft direkt mit einem Teamtraining zu starten. Beim Balancieren auf einem Baumstamm, beim Wettlauf in Holzschuhen, auf einer Slackline und mit geschlossenen Augen auf einem Waldpfad lernten sich die Junghelfer aus Hückeswagen und Brühl kennen. Nachmittags wurde dann aus Holunderzweigen, Lehm und Moos ein Insektenhotel gebaut.

Untergebracht war die Gruppe in zwei Häusern. Geschlafen wurde in einem modernen Gebäude, ähnlich einer guten Jugendherberge. Tagsüber wohnten die Jugendlichen im sogenannten Mannesmannhaus, wo sie mit ihren Betreuern (Susanne Schütze-Lülsdorf, Alexander Walder und Anna Pier, begleitet von Christian Thiel) auf einem alten Ofen mit Feuerholz gekocht haben. Abends saßen dort alle beisammen und haben Brett- und Kartenspiele gespielt.

Am nächsten Tag ging es in die große Ausstellungshalle. Mit vielen Wachsfiguren wurde die Geschichte der Rheinländer von 1800 bis heute erzählt. Die nachgebauten Häuser, dargestellten Szenen und Geschichten der Dame, die uns durch die Ausstellung geführt hat, zogen die Faszination der Jungen und Mädchen auf sich. Nachmittags stand eigentlich Teichrenaturierung auf dem Plan. Wegen größerer Umbauarbeiten wurde aber spontan umgeplant. So zeigte uns der Förster, welche Tierspuren man im Wald entdecken kann und welche Tiere es dort überhaupt gibt.

Trotz der Ferien begann der Mittwoch mit einer Schulstunde, allerdings mit einer ganz besonderen. So haben die Jugendlichen erfahren, wie es vor 100 Jahren in der Schule zuging. Da mussten die Kinder gerade sitzen, die Hände ordentlich in einander gelegt. Wer etwas sagte stand dazu auf und gab seine Antwort im ganzen Satz, der immer mit "Herr Lehrer" endete. Nach einer Einführung mit weiteren Informationen über das Leben der Schulkinder vor 100 Jahren durften die Junghelfer selbst einmal eine der alten Schulbänke drücken. Im Rollenspiel wurde auf alten Schiefertafeln in Sütterlinschrift geschrieben, gerechnet und gesungen. Alle gaben sich große Mühe, sodass es keine Schelte, sondern viele Fleißkärtchen gab. Am Ende waren sich alle einig, dass es eine sehr gute Schulstunde war und lernen viel besser ist, wenn alle leise sind und aufpassen.

Nach dem Mittagessen ging es auf den Wald-Erlebnis-Pfad. Dort musste die Gruppe wieder zeigen, wie gut sie zusammen hält und das sie einander vertrauen. Zusätzlich zu den Teamspielen konnte einiges über Birken und Weiden gelernt werden. Abends wurde dann noch eine sehr gruselige Nachtwanderung unternommen.

Am Donnerstag wurde die Gruppe in zwei kleinere Teams geteilt. Beim einen Projekt durften alle auf einer Slackline und danach einer Seilbahn von Baum zu Baum turnen und abschließend mit Absturzsicherung weit hinauf klettern. Die Leiterin des anderen Projekts zeigte, wie man mit Pflanzen, die in der Natur wachsen, einen leckeren Quark machen kann. Beim Sammeln von Brennnesseln, Löwenzahl, Lindenblüten und anderen Zutaten wurden unterwegs noch die Schweine, Kühe und freilaufenden Hühner besucht und die Werkstatt des Radmachers begutachtet. Nachmittags haben die Gruppen dann getauscht, sodass alle Junghelfer beide Projekte machen konnten.

Als besonderer Abschluss der Woche fuhr die Gruppe am Freitag ins Aqualand in Köln.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Herbstprojekt in diesem Jahr wirklich gelungen ist. Das Programm kam bei den Junghelfern sehr gut an und die Gruppen sind noch besser zusammen gewachsen.